Samstag, 21. Juni 2014

Gran Paradiso

Gran Paradiso (4061m), Normalweg (Rifugio Chabod)


Anfahrt:
Von Aosta aus fahren wir Richtung Mont Blanc/Courmayeur und biegen bei Villeneuve links in das Valsavaranche ein, das im Herzen des 1922 Nationalparkes Gran Paradiso liegt.
Dort folgen wir der Passstraße entlang des Savara-Flusses bis zu einem kleinen Parkplatz, der an einer Brücke ungefähr 300 Meter vor der Ortschaft Pont liegt.

Hüttenaufstieg:
Wir folgen dem gut ausgeschilderten und bestens gepflegten Pfad Richtung Rifugio Chabod (2750 m). Der Wanderweg führt uns durch einen sonnigen, lichten Lärchenwald stetig steil nach oben und schraubt sich bald über die Baumgrenze, in das von Moränen- und Felsenlandschaften geprägte Reich des Steinbockes, dem Wappentier des Naturparks.
Tatsächlich haben wir das große Glück, während unseres Aufstieges, gleich mehrere dieser majestätischen Tiere beobachten zu können. Da sie scheinbar jede Scheu vor den Menschen abgelegt haben, können wir uns an einige Exemplare bis auf wenige Meter nähern.
Mit Blick auf die eindrucksvollen Nordwände des Piccolo und Gran Paradiso, erreichen wir die Schutzhütte, nach einigen weiteren, steilen Anstiegspassagen.

Gipfelaufstieg:
Am darauffolgenden Tag beginnen wir um 4.30 Uhr, nach kurzem Frühstück, im Lichtkegel unserer Stirnlampen, den Aufstieg zum Gran Paradiso. Der Routenverlauf ist von der Hütte aus beinahe vollständig und bis kurz vor dem Kreuzungspunkt mit der Aufstiegsroute des Rifugio Vittorio Emanuele II einsehbar - Orientierungsprobleme daher ausgeschlossen.
Bei wolkenlosem Himmel, milden Temperaturen, einer fest durchgefrorenen Schneedecke und größtenteils gut abgedeckten Spalten, zeigt sich der Berg wahrlich von seiner paradiesischen Seite.
Obwohl wir im Vorfeld ausdrücklich vor der hoffnungslos überlaufen Besteigung gewarnt wurden, sind wir während des gesamten, im Schatten liegenden Aufstieges, beinahe die Einzigen am Berg. Diese Ruhe genießen wir bis deutlich nach Sonnenaufgang, als wir am Endpunkt der „Schiena dell’Asino“ angelangen, wo wir dann dennoch auf weitere Seilschaften von der Vittorio Emanuele Hütte treffen.
Im eben aufgezogenen, eiskalt peitschenden Wind, überwinden wir mit einiger Anstrengung auch noch den letzten Steilhang der „Colle del Becco di Moncorvé“ und erblicken aus der Ferne, die erlösende, in der Morgensonne schneeweiß glitzernde Madonnenstatue, die hoch auf dem Felsgipfel thront. Wir überqueren den mächtigen und charakteristischen Gletscherschild des Gran Paradiso in einem leicht ansteigenden Bogen, bevor sich am felsigen Gipfelaufbau dann leider doch der befürchtete Stau einstellt.
Nachdem wir an die 20 Minuten brav im allgemeinen Seilschaftsgewirr der Aufstiegswarteschlange stillgestanden und erfolgreich die gleichsam unverschämten wie gefährlichen Vorstöße einiger Drängler an der schmalen Gratpassage abgewehrt haben, stehen uns endlich nur mehr die letzten 10 Meter bis zum Gipfel bevor.
Die Blöcke des Gipfelgrates müssen vorsichtig auf einem sehr schmalen Band, in leichter- aber sehr ausgesetzter, Kletterei über der mehrere hundert Meter steil abfallenden Südwand überwunden werden. Dank dreier gut positionierter Sicherungspunkte lässt sich die Schlüsselstelle jedoch mehr als ausreichend absichern.
Dann endlich stehen wir alle auf 4061 Meter Höhe auf dem sonnenumspielten Gipfel und genießen das grandiose Panorama über die wolkenbedeckten Täler und die umliegende Bergwelt die weit über die Westalpen, vom nahen Mont- Blanc Massiv über die Grandes Jorasses bis hin zum fernen Matterhorn reicht.

Distanz: 24km
Höhenmeter: ca. 2300hm
Zeitbedarf:
Tal bis Hütte ca. 2h
Hütte bis Gipfel: 3-4h
Abstieg bis Tal: ca 3-4h

















Gran Paradiso (4061m)






Höhenprofil

Routenverlauf (über Rif. Chabod)